Wie behalte ich möglichst viel von einer Vorlesung?

Der Frontalunterricht in Form einer Vorlesung ist nach wie vor eine der häufigsten Formen der Wissensvermittlung an der Universität und sicher auch die älteste Methode. Das ist natürlich bedingt durch die große Anzahl an studentischer Höhrerschaft und hat sich über die Jahrhunderte durchgesetzt. Doch oftmals gleichen die Hörsäle einem gemeinsamen Schlafplatz gemäß dem Motto: “Wenn alles schläft und einer spricht, sowas nennt man Unterricht.”

Die Behaltensleistung ist dementpsrechend gering und manch einer fragt sich, wozu er überhaupt noch in Vorlesungen geht, wenn ohnehin nicht wirklich etwas vom vorgetragenen Stoff behalten wird. Hier ein paar Tips, wie man den Inhalt aus einer Vorlesung besser behält.

  • Mitschreiben in Stichworten (ist eigentlich Grunvoraussetzung für jede Vorlesung)
  • Sich vornehmen, Fragen zu stellen (um eine Frage zu stellen, muss man sich mit dem Inhalt auseinandersetzen, was die Merkleistung fördert)
  • Am Ende der Vorlesung versuchen, das Vorgetragene kurz in eigenen Worten zusammenzufassen

Zum Schluss noch ein Tip, der auf den ersten Blick kontraproduktiv erscheint: Kritzeln und kleine Bildchen zeichnen. Die Psychologin Jackie Andrade hat in einer Studie gezeigt, wie das “Doodling” während eines Vortrags die Merkleistung bei einer Gruppe von Probanden erhöht hat, nachzulesen im Guardian und im Originaltext der Studie an der Universität Plymouth.

Wenn man sich also mal nicht aufraffen kann mitzuschreiben, einfach ein bisschen mitkritzeln!

 

Was habe ich gerade gelernt?

Wer kennt diesen Moment nicht: Man liest einen Text, arbeitet mit einem Skript oder schaut sich vielleicht online eine Vorlesung an und bemerkt, dass man gar nicht weiß worum es geht. Diese Art des “passiven” lernens, also ohne sich aktiv mit dem Stoff auseinanderzusetzen kostet Zeit und Mühe, da der Lerneffekt eingeschränkt ist und meist mehrere Wiederholungen nötig sind.

Eine aktivere Methode, sich mit Text auseinander zu setzen ist die SQ3R-Methode.Dabei wird ein Textabschnitt oder Kapitel in 5 Phasen durchgearbeitet:

  • Survey (einen Überblick verschaffen, Durchblättern)
  • Question (Fragen an den Text stellen: Was will ich später wissen? Welche Fragen könnten dazu in einer Klausur gestellt werden?)
  • Read (Text durchlesen)
  • Recite (Wiedergabe der Schlüsselelemente in eigenen Worten oder schriftlich)
  • Review (Wiederholen der Schlüsselwörter aus den ersten Schritten, erstes Einprägen)

Diese Methode, die bereitsin den siebziger Jahren von Robinson vorgestellt wurde, ist auch heute noch eine der populärsten ihrer Art (Robinson, Francis Pleasant (1970). Effective study. New York: Harper & Row). So werden Denkprozesse und Fragen schon während der Aufnahme des zu lernenden Stoff eingeleitet und miteinander verknüpft, wodurch das Einprägen leichter wird.

Um noch einen aktuellen Blick auf das Thema aktives Lernen zu werfen, kann man eine Studie von Marissa Hartwig und John Dunlosky empfehlen, die sich mit dem Lernverhalten von US-amerikanischen Studenten und deren Durchschinttsnote GPA (Grand Point Average) beschäftigt. Hier der Link zum Original-Paper und zu dem Artikel über Lernverhalten aus Psychology Today, in dem die Studie erwähnt wird.

Fazit: Es lohnt sich immens, sich aktiv mit einem Stoff auseinanderzusetzen und Fragen zu stellen anstatt einfach nur vorne anzufangen und hinten aufzuhören.  Beim nächsten Mal also ruhig die Fragen stellen: Was lerne ich als nächstes? Was will ich am Ende des Kapitels wissen?

Eine aktive Lernhaltung spart Zeit und Energie und fördert den Merkprozess!

Viel Erfolg beim Anwenden!

Motivation

Davon kann wohl ein jeder manchmal etwas mehr gebrauchen, gerade wenn es in die heiße Prüfungsphase geht. Dabei hat fast ein jeder mittlerweile von extrinsischer (von außen kommend, also aus der Umwelt) und intrinsischer Motivation (von innen her kommend, also aus einem selbst) gehört und so seine Ideen dazu entwickelt.

Diese Unterscheidung greift jedoch meist zu kurz, deswegen hierzu ein Artikel zu intrinsischer Motivation aus “Psychology Today”, eine der größten englischsprachigen Seiten rund um Psychologie.

Wer nicht genug motiviert ist, einen Artikel über Motivation zu lesen, dem empfehle ich dieses brilliant animierte Video von RSA Animate, in dem Dan Pink uns aufklärt über die verschiedenen Seiten von Motivation.

Viel Spaß damit!