Das Semester ist vorbei, habe ich alles richtig gemacht?

Wem kommt das nicht bekannt vor: das Semester ist vorbei, man lässt die letzten Prüfungswochen schnell hinter sich und das neue Semester ist noch weit, weit weg. Manchmal erhält man von Lehrveranstaltungen kurze Zeit später eine Feedbackbogen zur Lehrevaluation. Damit soll die Lehre verbessert werden und der Dozent oder die Dozentin in ihren didaktischen Fähigkeiten und ihrer Kompetenz gemessen werden. Soweit so gut, das ist manchmal ein bisschen lästig, dient aber einer guten Sache.

Was aber ist mit der eigenen Evaluation? Konkret bedeutet das, sich Fragen in etwa folgendem Stil zu stellen:

  • Habe ich meinen Zeitplan eingehalten? Womit habe ich Zeit verschwendet und nicht optimal genützt?
  • Habe ich die (hoffentlich vorher ausgewählte) Lernmethode auch wirklich genutzt?
  • Was ist mir schwer gefallen, womit hatte ich meine Probleme?
  • Habe ich meine Ziele erreicht?

Genauso wichtig wie diese “Kontrollfragen” sind aber auch resourcenorientierte Fragen, welche die eigenen Stärken und Fähigkeiten sichtbar machen (allzu oft konzentriert man sich auf den defizitären Teil seiner Lerngewohnheiten).

  • Was ist mir leicht gefallen, wo war ich besser als erwartet?
  • Was hat mich motiviert, was hat mir Spaß gemacht?
  • Wie habe ich auftretende Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert?
  • Wo habe ich Fortschritte gemacht?
  • An welchen Punkten kann ich mein Lernverhalten optimieren?

Eine Reflexion erweitert das Verstehen der eigenen Verhaltensweisen und kann maßgeblich zur Verbesserung beim Lernen beitragen, auch wenn sie nach getaner Arbeit vielleicht mühsam erscheinen mag. Hier investiert man in die Zukunft!

In diesem Sinne, viel Spaß beim “Aha-Effekt” der Selbstbetrachtung!

Wie behalte ich möglichst viel von einer Vorlesung?

Der Frontalunterricht in Form einer Vorlesung ist nach wie vor eine der häufigsten Formen der Wissensvermittlung an der Universität und sicher auch die älteste Methode. Das ist natürlich bedingt durch die große Anzahl an studentischer Höhrerschaft und hat sich über die Jahrhunderte durchgesetzt. Doch oftmals gleichen die Hörsäle einem gemeinsamen Schlafplatz gemäß dem Motto: “Wenn alles schläft und einer spricht, sowas nennt man Unterricht.”

Die Behaltensleistung ist dementpsrechend gering und manch einer fragt sich, wozu er überhaupt noch in Vorlesungen geht, wenn ohnehin nicht wirklich etwas vom vorgetragenen Stoff behalten wird. Hier ein paar Tips, wie man den Inhalt aus einer Vorlesung besser behält.

  • Mitschreiben in Stichworten (ist eigentlich Grunvoraussetzung für jede Vorlesung)
  • Sich vornehmen, Fragen zu stellen (um eine Frage zu stellen, muss man sich mit dem Inhalt auseinandersetzen, was die Merkleistung fördert)
  • Am Ende der Vorlesung versuchen, das Vorgetragene kurz in eigenen Worten zusammenzufassen

Zum Schluss noch ein Tip, der auf den ersten Blick kontraproduktiv erscheint: Kritzeln und kleine Bildchen zeichnen. Die Psychologin Jackie Andrade hat in einer Studie gezeigt, wie das “Doodling” während eines Vortrags die Merkleistung bei einer Gruppe von Probanden erhöht hat, nachzulesen im Guardian und im Originaltext der Studie an der Universität Plymouth.

Wenn man sich also mal nicht aufraffen kann mitzuschreiben, einfach ein bisschen mitkritzeln!

 

Das Lern-Sommerloch und verteiltes Lernen

Wenn nicht gerade ein Praktikum absolviert oder eine Sommer-Uni besucht wird, dann setzt sich der typische Student wohl eher zwischen “ein wenig” und “gar nicht” mit seinem Stoffgebiet auseinander. Das ist auch gut so, denn Pause und Erholung von geistiger Arbeit und Höchstleistung zum Semesterende müssen sein um Kräfte und Motivation zu tanken.

Doch auf jeden Sommer folgt der Herbst und damit der Beginn des Wintersemesters. Oft fällt es schwer, wieder in seinen Arbeitsrhytmus zu finden, gerade wenn am Anfang des Semesters Abgaben oder Klausuren anstehen.

Verteiltes Lernen bedeutet, in vielen kleinen Einheiten mit mehreren Pausen zu lernen, da das Behalten des Lernstoffs dadurch länger anhält. Dieses Prinzip kann man sich zu Nutze machen, indem man über den Sommer verteilt immer mal wieder in 2-3 kleinen, 10-15 Minuten langen Einheiten pro Woche sich mit dem im Herbst anstehenden Lernstoff auseinander setzt. Das kann einen Absatz lesen oder ein Kapitel überfliegen, oder auch ein Begriff oder eine Definition lernen. Dadurch hält man sein Gehirn fit und bereitet es vor auf den Wiedereinstieg ins Semester.

Wie bei so vielem Anderen auch, steter Tropfen hölt den Stein…einfach mal ausprobieren!

 

 

 

Was ist dein WPM Count?

WPM ist ein Begriff aus dem Speed Reading und steht für “words per minute” oder eben “Wörter pro Minute” und gibt an, mit welcher Geschwindigkeit eine Person einen Text lesen und verstehen kann. Wer hat sich nicht schon einmal durch ein dickes Lehrbuch geplagt und die Seiten gezählt, die man noch lesen muss? Dem kann man entgegen wirken.

Ab der Grundschule wird das Lesen kaum noch geübt und in Konsequenz beträgt der internationale Durchschnitt ca. 250 Wörter pro Minute, d.h. man liest 250 Wörter in der Minute. Mit etwas Training kann man diesen Wert bei gleichbleibendem Textverständnis verdoppeln. Dazu geht man in mehreren Schritten vor, die hier kurz angeschnitten werden.

Der Klassiker der Speed Reading Literatur ist sicherlich Speed Reading von Tony Buzan, der auch als “Erfinder” der Methode gilt.

Wer mit dem Computer lernen will, kann sich auch durch ein Programm wie dieses hier unterstützen lassen, ein normales Buch ist aber für den Einstieg ebenso geeignet.

Praktischer Nutzen für das Studium:

  • Fachtexte schnell erfassen, die dann später noch ausgearbeitet werden, z.B. mit einer Mind Map.
  • Abstracts lesen, Literaturrecherche beschleunigen.
  • Weniger Zeit mit lesen, mehr mit vertiefen und lernen verbringen!

Viel Spaß beim ausprobieren und WPM zählen!

Selbstständig lernen mal anders

In Zeiten von Bachelor- und Master-Abschlüssen wird oft diskutiert, wie “verschult” das Studium heutzutage ist und ob Studenten überhaupt noch selbstständig Wissen erwerben können in solch eng gestrikten Studienplänen.

In Indien hat ein ebenso ungewöhnliches wie überraschendes Experiment einen ganz anderen Ansatz mit Kindern in einem Slum in Neu Delhi versucht: Kein Studienplan, kein Lehrer, nicht ein mal ein Klassenzimmer. Alles was es gab, war ein Loch in der Mauer, und so wurde das Projekt auch genannt, “Hole in the Wall”.

Sugata Mitra ist der Leiter der mittlerweile weiter verbreiteten “Hole in the Wall” -Experimente und spricht hier über sein Projekt.

Ganz nebenbei hat sein Projekt den Autor Vikas Swarup inspiriert, als er an seinem Buch “Q&A” geschrieben hat. Dieses Buch wiederum diente später als Grundlage für den Kino-Hit Slumdog Millionaire.

Eine tolle Geschichte die zeigt, was der Mensch doch für eine intuitive Begabung für selbstständiges und kooperatives Lernen hat!