Auch Lernen will gelernt sein.

Kennst du das Gefühl vor einem Themengebiet zu sitzen und dir zu denken: Ich weiß gar nicht, wo und wie ich anfangen soll zu lernen…? Wenn du dich für eine Prüfung mit umfangreichem Lernstoff vorbereitest, kann es sehr schwer sein, sich zum Anfangen zu motivieren, da die Aufgabe so groß wirkt und man sich unsicher ist, wie man am besten beginnen sollte. Und der innere Schweinehund ist auch noch da…

Wie findet man also einen Anfang?

Ein erfolgreicher Ironman-Trainer hat mal gesagt, das er sich immer nur Gedanken über die nächsten 50 Meter macht. Die schafft man sicher. Ein Ironman besteht aus knapp 4 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und einem Marathon. Das ist eine große Aufgabe auch für Profis. Es ist allerdings klar wie hier vorgegangen werden muss: Immer die nächsten 50 Meter. Dann kommt man ins Ziel.

Bei Prüfungen ist es ähnlich. Man hat schon von den Kollegen gehört, dass diese Prüfung 500 Seiten aus einem Buch und noch mindestens drei weiterführende  Bücher als Grundlange hat. Wichtig ist aber überhaupt anzufangen!!! Die nächsten 7 Seiten lesen, die nächsten 7 Begriffe lernen.

Um das ganze erfolgreich zu gestalten hilft eine strukturierte Herangehensweise. Man sollte verschiedene Methoden ausprobieren um herauszufinden, was für einen persönlich passt. Wie fast überall im Leben gibt es auch für das Lernen kein Kochrezept, das für alle Personen funktioniert. Faktoren, wie Situationsmerkmale (z. B. Ort des Lernens), Personenmerkmale (z. B. jeweiliger Lerntypus) und interne Prozesse (z. B. subjektive Wichtigkeit der Aufgabe), spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und beeinflussen sich gegenseitig. Lernen ist eine schwierige und komplexe Aufgabe, aber es gibt unterschiedliche Strategien, die das Herangehen und Verstehen von Lernstoff erleichtern können.
Das Drei-Phasen-Lernstrategien-Modell beschreibt drei Arten von Lernstrategien:
1. metakognitive Lernstrategien
2. ressourcenbezogene Lernstrategien
3. kognitive Lernstrategien

Die metakognitiven Lernstrategien steuern das Lernen (Was kann ich schon? Was fehlt noch?), während die ressourcenbezogenen Lernstrategien den Raum für das Lernen, innerlich sowie äußerlich, schaffen (z.B. Anstrengungsbereitschaft oder Lerngruppen). Die kognitiven Lernstrategien helfen bei der konkreten Verarbeitung von Inhalten. Hier geht es um das lernen an sich, also konkrete Techniken (LOCI-Methode, Geschichten-Technik).
Woran möchtest du arbeiten?

Viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen im März!

H. J. R.
Literaturhinweis:
Wild, K-P. (Hrsg.). (2000). Lernstrategien im Studium. Münster: Waxmann.